Geld schützen vor Finanzkrise / Crash – 5 Tipps die Sie jetzt (noch) umsetzen können

Geld vor Finanzkrise / Crash schützen in Zeiten von Corona Virus

Wenn es in den Medien nur noch um Krisen und Katastrophen geht, dann treibt sich auch die Angst um die Sicherheit des Geldes bzw. seiner Spareinlagen bei der Bank um. Ob die Angst wie z.B. aktuell beim Corona Virus / Covid-19 berechtigt ist, lässt sich im Voraus meist nicht komplett ausschließen – doch in der Vergangenheit kam es bisher erst sehr selten zu einer kompletten Geld-Entwertung bzw. Abschaffung einer Währung „über Nacht“. Dass es die ein oder andere Bank aber mal erwischt, das kann durchaus vorkommen, wie erst kürzlich der Fall der ehemaligen Meinl Bank gezeigt hat.

Auch die aktuelle Corona / Covid-10 Epidemie treibt die Angst ums Geld hoch und eine Finanzkrise bzw. zumindest Wirtschaftskrise kann nicht mehr ausgeschlossen werden.

Was also tun, um sein Geld zu schützen?

1. Einlagensicherung nützen – Geld auf mehrere Konten verteilen

ESA Einlagensicherung Austria - Österreich
ESA – Einlagensicherung Austria

Pro Kunde und Bankinstitut werden in Österreich und der EU Einlagen auf Girokonten & Sparkonten (wie z.B. Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch, Bausparer) bis zu 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Sollte die Bank also zahlungsunfähig sein, erhält man diesen Betrag vom Einlagensicherungsfonds erstattet. Hat man mehrere Konten bei einer Bank oder über 100.000 €, dann kann man dieses Geld verlieren, bzw. bekommt nur noch einen Anteil davon, wenn in der Insolvenz noch ein Restwert festgestellt wird.

Dabei gilt es auch aufzupassen, ob eine Bank vielleicht zu einer Muttergesellschaft gehört. Dann gilt die Einlagensicherung nämlich nur einmal – und nicht mehrfach! z.B. PSK / Easybank oder ERSTE Bank / Sparkassen, Bank Austria / Schoellerbank / Uni Credit / Factor Bank.

Eine besonders kostengünstige und effiziente Art der Geld-Verteilung ist die Eröffnung von Tagesgeldkonten. Hier gibt es im Gegensatz zu Girokonten nämlich in der Regel keine Kontoführungsgebühren und tendenziell auch etwas mehr Zinsen. Als Erweiterung kann man sich für höhere Summen aber auch noch kostenlose Girokonten anlegen.

2. Geld in Wertpapiere investieren

Deutsche Börse
Börsen – Mal geht es hoch, mal runter

Das mag vielleicht paradox klingen, gerade weil man vielleicht gerade (viel) Geld an der Börse verloren hat. Doch im Normalfall gehören den Anlegern die Wertpapiere, die sie bei einem Depot haben und die Bank verwahrt sie nur. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Bank bekommt man die Möglichkeit, die Wertpapiere zu einem anderen Depot zu transferieren.

Aber Achtung: Man muss hier aber bei seinem Depot genau aufpassen – manche Anbieter wie z.B. Degiro bieten nämlich bessere Konditionen oder Zusatzleistungen wie gratis Realtime-Kurse an, wenn man auf diesen Anspruch verzichtet und die Wertpapiere der Bank bzw. dem Broker überlässt, damit er diese als Sicherheit für eigene Spekulationen verwenden kann. Hier kann man im Falle einer Finanzkrise seine gesamten Aktien, Anleihen, ETFs, etc. verlieren, wenn der Broker in Insolvenz geht!

Guthaben auf Wertpapierkonten fällt übrigens nicht unter die Einlagensicherung bis 100.000 €, sondern ist nur durch die Anlegerentschädigung bis 20.000 € bzw. 90 % abgedeckt. Man sollte hier also nicht zu viel Kapital ohne Investment im Depot haben, sondern es zwischenzeitlich z.B. in Tagesgeld anlegen.

Bei der Auswahl der Wertpapiere kann man entweder in einen ETF investieren und hoffen, dass die gesamte Wirtschaft bzw. der ausgewählte Sektor wieder nach oben gehen – oder man setzt auf Aktien einzelner Unternehmen, von denen man ausgeht, dass diese einen Crash, eine Finanzkrise oder Wirtschaftskrise auf jeden Fall überstehen werden. Dazu gehören systemrelevante Betriebe wie z.B. Energieversorger, Telekom-Anbieter, Pharma-Konzerne, Betreiber von Senioren- & Pflegeheimen, Saatgut-Erzeuger, etc.

Wir haben hier vor einiger Zeit einmal eine Liste von Aktien erstellt die tendenziell krisensicher bzw. antizyklisch sind.

3. Geld in Immobilien investieren

Immobilien
In eigene Wohnung / Haus oder über Immobilienfonds & ETFs investieren lohnt sich am meisten.

Auch in der ärgsten Krise müssen Leute weiter wohnen. Bürogebäude hingegen könnten tendenziell mehr Lehrstand bekommen.

Besser als mit eigenem Geld in Immobilien zu investieren ist die Veranlagung eines Teils seines Vermögens in Immobilienfonds. Bevorzugt in solche mit einem hohen Anteil an Wohnimmobilien. Im Idealfall sind die Kurse hier im Zuge der generellen Panik schon etwas gefallen – auf der anderen Seite wird es aber kaum zu einem abrupten Rückgang der Mieteinnahmen kommen. Am besten ist man aufgestellt, wenn der Fonds viele Bestandsimmobilien hat und nur wenige Projekte in Entwicklung hat – bzw. generell größtenteils fertiggestellte und vermietete Wohnimmobilien zukauft.

Hier profitiert man von laufenden Einnahmen und somit Renditen. Zudem ist man kostengünstig in „Betongold“ investiert – ein Wert, der auch bei einer drohenden Geldentwertung bestehen bleibt. Dabei hat man über einen Fonds deutlich geringere Kosten, als wenn man die Immobilie selbst besitzt.

Suchen Sie hier bei Ihrem Broker nach „offene Immobilienfonds“ oder „Immobilien ETF“ und vergleichen sie die Strategien und Portfolios der einzelnen Anbieter miteinander.

Eigenes Haus oder Wohnung? Haben Sie noch einen Kredit auf Ihrer Immobilie und genügend flüssiges Kapital, so können Sie Ihr Geld auch zur Rückzahlung verwenden. So verringern Sie für die Zukunft die laufenden Belastungen. Es sollte aber immer genügend Cash-Flow für laufende Ausgaben übrig bleiben.

Auch der Kauf einer Eigentumswohnung in Krisenzeiten kann eine gute Idee sein, wenn die Preise im Markt etwas nachgelassen haben. Die Zinsen sind in so einem Fall meist sehr günstig und sie schützen sich vor allfälligen Mieterhöhungen. Das gilt jedoch nur für selbst genutzte Immobilien. Wer Immobilien als Wertanlage möchte, sollte auf Immobilien-ETFs und Immobilienfonds setzen. Von hochverzinsten Crowdinvestments raten wir aktuell ab, da nicht abzusehen ist, wie gut die Baufirmen und Bauträger durch die Krise kommen werden.

3. Bargeld

Euro Geldscheine Bargeld
Etwas Bargeld zu haben ist gut – aber nicht übertreiben

Etwas Bargeld sollte immer zur Hand sein. Dieses am besten schon abheben, solange noch alles gut und normal aussieht. Kommt nämlich im Falle einer Wirtschaftskrise Panik auf, bzw. die Angst, Banken könnten Pleite gehen, dann möchten auf einmal viele Menschen ihr Geld abheben, was anschließend zu temporären Engpässen in der Versorgung – und in weiterer Folge zu noch mehr Panik und Abhebungen führt. Diesen „Bank-Run“ versuchen Banken und der Staat um jeden Fall zu vermeiden, da es meist eine selbsterfüllende Prophezeiung ist. Wenn alle sagen „Bald gibt es kein Bargeld mehr“ – dann heben die Leute das Geld schneller ab als es aufgefüllt bzw. gedruckt werden kann – und die Angst multipliziert sich.

Im schlimmsten Fall muss der Staat dann die Ausgabe von Bargeld reglementieren. Wir kennen das alles noch aus der Finanzkrise in Griechenland. Dieser Zustand ist aber meist nur temporär. Es hilft aber Bargeld für max. 1-2 Monate Zuhause zu haben, um normale Besorgungen zu erledigen, sollten Geschäfte vor lauter Sorge einmal keine Kartenzahlung akzeptieren.

Sollten Sie von einer totalen Geldentwertung ausgehen, können Sie auch etwas Bargeld in ausländischen Währungen wie z.B. dem Schweizer Franken oder US-Dollar bei sich in den Tresor legen.

Übertreiben Sie es aber nicht und heben Sie keine zu hohen Summen – oder gar Ihr ganzes Geld vom Konto ab. Damit beschwören Sie nur einen kurzfristigen Engpass mit unnötiger Panik hervor – hilft Ihnen aber nicht mehr, als wenn Sie einfach ein paar hundert Euro abheben für den Fall, dass nicht jeder so besonnen ist wie Sie. Damit können Sie den kurzfristigen Engpass und eine eventuelle Panik überbrücken– mehr braucht es nicht.

4. Geld in Sachwerte investieren

GoldEdelmetalle und Edelsteine, wie z.B. Gold und Diamanten, werden oft als „Krisenwährung“ bezeichnet. Praktisch haben sie diese Funktion jedoch längst verloren und sind mittlerweile größtenteils nur noch ein Spekulationsobjekt. So besitzt kaum jemand das Gold noch physisch, sondern hält es nur in Form von Zertifikaten. Im Falle einer Insolvenz des Brokers bzw. des Zertifikat-Anbieters kann diese vermeintliche „Sicherheit“ aber schneller weg sein, als man dachte.

Wer also für den absoluten Super-Gau vorsorgen möchte, kann sich einen kleinen Teil seines Vermögens in Edelmetallen und Edelsteinen zu Hause verstecken um damit dann z.B. seine Flucht (vor was auch immer) zu finanzieren. Wirklich im Zahlungsverkehr gebrauchen wird man es aber vermutlich nicht. Da ist der Sack Reis, das Saatgut, der Wasserfilter oder ein eigener kleiner Acker am Ende wohl mehr Wert, als ein paar glitzernde Sachen.

Manche Bauern bieten Aktionen an, wo man sich mit einem gewissen Betrag an einer Kuh oder einem Schwein beteiligen kann und dann ein Fleisch-Paket dafür bekommt. Fragen Sie doch mal an, ob der Bauer in Ihrem Dorf vielleicht auch so etwas anbietet – oder sie sogar ein Milch- und Eier Abo abschließen können. So fördern Sie nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern können sich auch beim nächsten Hamsterkauf-Drang beruhigt zurückliegen.

Auch sonstige Luxus- und Liebhaber-Werte wie Kunst, Oldtimer, Uhren, etc. wird man in einer echten Krise eher schlecht loswerden – zumindest nicht zu Preisen wie vor einem Crash. Wer aber noch Bares übrig hat und eine Leidenschaft für solche Werte hat, kann in einer Krise durchaus zuschlagen.

5. Panikverkäufe von Wertpapieren vermeiden

Keine Panik
Panik ist ein schlechter Ratgeber. Halten Sie durch!

In Zeiten größter Panik und größter Kurseinbrüche neigen gerade kleine bzw. private Anleger dazu, das mit den Wertpapieren sein zu lassen und alles zu verkaufen um wieder „ruhig schlafen“ zu können. Umgekehrt hat man vermutlich erst dann angefangen Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs zu kaufen, als einem der Bankberater schöne Charts mit historischen Kursverläufen zeigen konnte. Doch die Vergangenheit gibt leider keinen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Wer kauft schon einen ETF oder eine Aktie, die in den letzten 3 Jahren 30 % Verlust gemacht hat? Doch gerade hier liegt die Chance.

Solange Sie Ihre Wertpapiere nicht verkaufen, ist der Kursverlust nicht real sondern ein reiner „Buchwert-Verlust“.

Sollten Sie das Kapital in den nächsten Jahren also nicht unbedingt benötigen, stehen die Chancen gut, dass sich der Kurs ganz oder zumindest teilweise wieder erholt – eventuell sogar die bisherigen Höchstkurse wieder übersteigt.

Können Sie warten? Dann fragen Sie sich „Glaube ich, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute?“ – Falls die Antwort ja ist und sie warten können – tun sie es. Die erahnbare, nahe Zukunft ist bereits im Aktienkurs berücksichtigt. Positive Entwicklungen bzw. langfristige Potenziale können Sie für sich selbst einschätzen.

Wer das Glück hat und noch liquide Mittel hat, die nicht in Wertpapieren gebunden sind, der kann in Zeiten der Krise und größter Panik auch anfangen schrittweise wieder interessante Aktien oder ETFs zuzukaufen. Die Gewinne der Zukunft werden nämlich meist in den Krisenzeiten der Vergangenheit gemacht!

Zusammenfassung

  • Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrer Banken um insgesamt mehr Schutz durch die staatliche Einlagensicherung zu haben:
  • Wertpapiere gehören Ihnen und representieren echte Firmen-Werte / Beteiligungen. Investieren Sie in Unternehmen, die man „immer braucht“ oder von denen Sie davon ausgehen, dass es ihnen in 10 Jahren deutlich besser geht
  • Bargeld: Bewahren Sie „ein paar Hundert Euro“ als Notreserve bei sich Zuhause auf – aber übertreiben Sie es nicht. Auf keinen Fall „Alles“ abheben oder unüblich hohe Beträge.
  • Sachwerte: Setzen Sie hier keinen Fokus. Meist dienen diese Werte nur der Spekulation, sind aber keine echte „Krisenwährung“ (mehr). Und wenn schon Gold, Edelsteine, etc. – dann physisch und nicht als (potenziell unsicheres) Zertifikat.
  • Buchwert-Verluste sind erst bei Verkauf real: Keine Angst, wenn Sie jetzt ins Depot sehen und die roten Minus-Zeichen ihnen entgegenspringen. Wenn Sie nicht in naher Zukunft verkaufen müssen stehen die Chancen gut, dass sich die Kurse langfristig wieder erholen. Das kann dauern – war aber bislang immer so.

* Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder und ist keine Anlageempfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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