Kleines v, großes V – Kommt der große Börsencrash erst noch?

Corona Crash an der Börse - Kommt das Schlimmste erst?

Die Corona-Virus Pandemie hat die Aktienkurse im Februar und März 2020 weltweit zum Absturz gebracht. Doch seit Mitte-März findet eine deutliche Gegenbewegung an der Börse statt. Manche Aktien wie Amazon, Nintendo oder Microsoft haben ihre alten Kurse schon wieder fast erreicht – oder sogar übertroffen. Auch der MSCI World Index oder der DAX haben die halben Verluste schon fast wieder wettgemacht. Der ATX hinkt hier noch etwas hinterher, geht aber auch schon wieder nach Oben. Also alles gut?

Erholung an den Börsen nach der Corona-Krise: DAX vs. ATX

Stand 17. April 2020 ist der ATX 34,46 % unter dem Kurs vom 21. Jänner 2020.

Der DAX ist bislang weniger stark eingebrochen und hat sich anschließend auch etwas besser erholt. Hier ist der Kurs zum Jänner „nur“ um 21,61 % zurückgegangen.

DAX vs. ATX - Entwicklung an der Börse nach Corona Crash
DAX vs. ATX – Entwicklung an der Börse nach Corona Crash

Die Theorie: nach einer ersten Erholung folgt oft erst der richtig große Ausverkauf

Wenn man sich die Entwicklung von Börsen-Indizes wie dem DAX, ATX, Dow Jones oder MSCI-World über einen längeren Zeitraum ansieht, ergibt sich fast überall das gleiche Muster, wenn man vergangene Krisen an den Börsen ansieht. Fast jeder „Börsencrash“ hatte nach einem ersten Einbruch eine kurze Erholungsphase, bevor es noch einmal deutlich bergab ging. 

Es wird vermutet, dass viele Investoren, die nicht rechtzeitig vor dem Absturz verkauft hatten, geradezu auf diese erste Erholung warten – um dann ihre Aktien mit weniger Verlusten abzustoßen.  Gerade, wenn davon ausgegangen wird, dass die Krise die Unternehmen länger belasten könnte, tritt dieses Phänomen auf.

Börsen-Krisen seit 2000 und die Entwicklung des DAX

Kleines v, Großes V - Bei einem Börsencrash erholen Sich Kurse oft, bevor sie nochmals fallen
Kleines v / Großes V – Bei einem Börsencrash erholen sich Kurse oft etwas, bevor sie nochmals fallen

Börsencrash-Kalender 2010 – 2020

  • 2000 .com Blase
    Hier gab es eine ganze Reihe von kleinen v’s. Beim ersten Ausschlag ging es um ca. 11 % runter und erholte sich dann um 5 %. Allerdings gab es die erste große Gegenbewegung erst beim Einbruch von -53 %. Als es dann ca. 30 % nach oben ging, dachten viele, es wäre überstanden. Allerdings fiel der Index anschließend nochmal deutlich auf insgesamt -70 % des vorherigen Höchstkurses.
  • 2008 Immobilien-Crash
    Hier ist das „kleine v“ klar erkennbar. Zuerst ging es ca. 24 % nach unten, dann erholte sich der Kurs um  +7 % und dann sackte er nochmal ab auf insgesamt -54 %.
  • 2011 Fukushima
    Die einzige Ausnahme wo es nach dem kleinen v am Ende keinen neuen Tiefstand gab. Die Kurse sackten zuerst um deutliche 31 % ab, erholten sich dann wieder um 19 %, gingen aber nur noch etwas erneut zurück, bevor der Trend wieder nach Oben zeigte.
  • 2015 Euro Schuldenkrise
    Nach einem Einbruch um ca. 23 % gab es eine rasche Gegenbewegung um +15 %. Da ging es dann nochmal kräftig runter zum großen V. Insgesamt war der Einbruch mit ungefähr -28 % aber nicht viel unter dem Wert des kleinen v.
  • 2018 USA / China / EU Handelsstreit
    Zölle und Embargos insbesondere der USA gegen China und umgekehrt – aber auch gegen die EU führten zuerst zu einem ersten Einbruch um ca. 12 %. Dann ging es wieder 9 % hoch. Das kleine v war aber erst bei ungefähr der Hälfte des totalen Einbruchs um ca. 22 %.
  • 2020 Corona Epidemie (andauernd)
    Der DAX stürzte in der ersten Phase innerhalb kürzester Zeit um ca. 39 % ein. Bislang (Stand 17.4.2020)  hat er sich aber schon wieder um ca. 20 % erholt.
    Beim ATX fiel der Kurs in der ersten Phase sogar um ca. 49 %. Die erste Gegenbewegung (im kleinen v) ging nun schon wieder um 25 % nach oben.
    Ob ein großes V kommt oder Corona sich eher wie Fukushima verhält (Schmerzvoll, aber kurz), wird sich erst zeigen.

DAX: Kleines v, großes V bei Krisen zwischen 2000 und 2020 [Tabelle]

DAX Kursrückgang während Börsen-Krisen: Erste Erholung vs. Tiefststand
DAX 200020082011201520182020
Höchstkurs (ca.)806480417514123741347813798
kleines V unten3787615551669553118868441
kleines V oben540166096337112931307710696
großes V unten240336665428896710558 
Einbruch kleines v53,0%23,5%31,2%22,8%11,8%38,8%
Erholgung kleines v29,9%6,9%18,5%15,4%9,1%21,1%
Einbruch großes V
(Maximum)
70,2%54,4%27,8%27,5%21,7%???

(Werte sind nur ungefähr, da direkt aus dem Chart abgelesen)

Sollte man jetzt an der Börse einsteigen oder noch abwarten?

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass professionelle Fondsmanager im Schnitt nicht in der Lage sind den Index zu schlagen. Es gibt natürlich ausnahmen, wie Warren Buffet mit Berkshire Hathaway, denen es gelungen ist. Eine Garantie für die Zukunft ist dies jedoch auch nicht.

Market-Timing, also der gezielte Kauf und Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren zum optimalen Zeitpunkt, ist nur eine sehr unzuverlässige Methode und auch für Profis kaum machbar.

Tatsächlich kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand mit Sicherheit vorhersagen, ob dies wie in 2000 oder 2008 erst der Anfang eines mehrere Jahre dauernden Wirtschaftsabschwungs ist – oder es wie bei Fukushima 2011 relativ schnell zum alten Wachstumstrend wechselt, wenn die Epidemie erst einmal überstanden ist und alles „wie früher“ weitergeht.

Wer langfristig investiert, kann jetzt laufend zukaufen oder in einen ETF Sparplan investieren „ohne nachzudenken“. Also unabhängig vom aktuellen Börsenkurs oder Nachrichten einfach jeden Monat einen fixen Betrag in den ETF Sparplan investieren um sich so fürs Alter oder den vorzeitigen Ruhestand ein gutes Polster aufzubauen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass über einen Zeitraum von zumindest 10 Jahren der Wert im Schnitt immer gestiegen ist. Durch das laufende Zukaufen – entweder manuell oder über einen Sparplan – glättet man die Risiko-Kurve.

Wenn Sie noch kein Wertpapierdepot haben

Damit die Depotgebühren nicht Ihre Rendite auffressen empfehlen wir Ihnen, sich bei einem günstigen Online-Broker zu registrieren. Klassische Filialbanken verlangen hier oft Verwahrgebühren, Dividenden-Gebühren, uvm. – Das muss nicht sein.

Im Broker-Vergleich von Zinsenvergleich.at haben wir die besten Broker für Österreich mit ihren Konditionen und Angeboten aufgelistet. Wählen Sie den Anbieter, der Ihnen am meisten zusagt.

Wenn Sie bereits Wertpapiere besitzen

Wenn Sie bereits in Aktien und andere Wertpapiere investiert sind, können Sie sich auch relativ günstig mit einer Put-Option gegen einen möglichen erneuten Einbruch absichern. Diese können Sie z.B. auf den DAX, ATX, Dow Jones oder den MSCI World Index abschließen. Je nachdem wie Sie aktuell investiert sind oder wo Sie mit dem größten erneuten Einbruch rechnen.

Die Restlaufzeit sollte dabei mindestens 12 Monate betragen – so können Sie eventuell auch ein paar Monate mit Seitwärtsbewegung nicht aus der Ruhe bringen. Als Ausübungspreis kann man den aktuellen Kurs des Indizes heranziehen.

Sollten Sie noch hohe Gebühren für Ihr Depot bezahlen, empfiehlt sich aber auch hier ein Depotübertrag zu einem günstigen Online-Broker. Bei Anbietern in der EU ist dies in der Regel problemlos möglich. z.B. muss man bei unserem Depot-Testsieger Flatex lediglich ein Formular an die Bank bzw. den Anbieter des bisherigen Depots schicken.

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