EZB

Häufig lesen wir in der Zeitung, dass die EZB wieder die Zinsen gesenkt hat, oder neues Geld drucken lässt. Doch warum gibt es die EZB überhaupt und was steckt hinter ihren Handlungen? Nach dem Lesen des Artikels sollten diese Fragen beantwortet sein.

Wie ist die EZB aufgebaut?

Die Europäische Zentralbank ist ein Organ der EU und sozusagen die Mutterbank aller europäischen Banken. Sie wird von niemandem kontrolliert, verfolgt aber die Ziele der Europäischen Union. Ihren Hauptsitz hat die Europäische Zentralbank in Frankfurt.

Das oberste Beschlussorgan ist der EZB-Rat, welcher sich aus den sechs Direktoriumsmitgliedern und den Präsidenten der Nationalbanken der 19 Mitgliedsstaaten, die den Euro haben, zusammensetzt. Die Ratsmitglieder treffen sich zweimal pro Monat und geben alle sechs Wochen die neuen geldpolitischen Beschlüsse bekannt. Weiteres Beschlussorgan ist das Direktorium, dass sich wie erwähnt aus sechs Mitgliedern zusammensetzt. Präsident des Direktoriums und des Rates ist Mario Draghi. Außerdem gibt es einen erweiterten Rat, mit allen 28 Mitgliedsstaaten und ein Aufsichtsgremium, welches für die Bankenaufsicht zuständig ist.

EZB Präsident Draghi
EZB Präsident Draghi

Ziele der EZB

Vereinfacht gesagt hat die EZB zwei Ziele – Preisstabilität und Wirtschaftswachstum innerhalb des Euroraums. Preisstabilität bedeutet, dass Preise nicht deutlich sinken oder steigen. Das Inflationsziel der EZB liegt bei knapp unter 2%. Warum sich die EZB nicht 0% als Ziel setzt, ist schwer zu erklären, wird aber häufig mit der Angst vor der Deflation begründet. Inflation bedeutet einfach ausgedrückt, dass die Preise steigen und Deflation, dass sie sinken. Eine Deflation wird von der EZB mehr wie die Inflation gefürchtet. Bei der Deflation sind zu viele Produkte und Güter auf dem Markt und die Konsumenten kaufen nichts, weil sie weitere Preissenkungen erwarten.

Welche Mittel hat die EZB um ihre Ziele zu erreichen?

Die Ziele Preisstabilität und Wirtschaftswachstum müssen durch konkrete Maßnahmen erreicht werden. Die EZB hat bei der Gestaltung der Geldpolitik mehrere Instrumente zur Verfügung. Alle sechs Wochen passt die EZB die Leitzinsen an. Der Leitzins wirkt sich auf alle europäischen Banken aus. Diese können ihr Geld bei der EZB anlegen, oder welches ausleihen. Derzeit müssen Banken, die ihr Geld bei der EZB bunkern Strafzinsen zahlen. Dies soll Banken dazu animieren, günstige Kredite an Menschen zu vergeben, welche dann wiederum die Wirtschaft ankurbeln sollen. Niedrige Zinsen bedeuten in der Regel, dass Menschen das Geld nicht lange auf der Bank lagern, sondern eher Kredite aufnehmen und konsumieren.

EZB Turm in Frankfurt
EZB Turm in Frankfurt

Eine höhere Inflation bedeutet, dass das Geld weniger wert ist. Da sich die Inflation derzeit (Stand 31.8.2016) nur knapp über 0% bewegt, versucht die EZB die Inflation zu steigern, um ihr 2% Ziel zu erreichen. Dies macht sie, in dem sie neues Geld druckt und mit diesem dann Staatsanleihen von Banken abkauft.

Mit Zins- und Inflationsanpassungen versucht die EZB also die Wirtschaft in die gewünschte Richtung zu lenken. Durch die ihnen vorbehaltene Bankenaufsicht können sie außerdem die europäischen Banken kontrollieren.

Maßnahmen der EZB nicht unumstritten

Die von den EZB gesetzten Schritte in der Geldpolitik kommen nicht überall gut an. Das derzeitige niedrige Zinsniveau, wo Banken und deren Kunden fürs Geldanlegen auch noch bezahlen müssen, verärgern viele Menschen. Auch die jüngsten Unternehmens- und Staatsanleihen Käufe haben nicht überall für Freude gesorgt.

Video: Die EZB kurz und einfach erklärt

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