Wie sicher sind Unternehmensanleihen?

Geldanlage in Unternehmensanleihen

Wer sich für ein Investment an den Finanzmärkten interessiert, sollte sich auch mit dem Thema Unternehmensanleihen auseinander setzen. Bei diesen sogenannten Corporate Bonds handelt es sich um an der Börse gehandelte Schuldverschreibungen, bei denen der Anleger von einem vorher festgesetzten Zinssatz, dem sogenannten Kupon, profitiert. Dieser bietet in der Regel eine höhere Verzinsung als herkömmliche Sparanlagen. Anders als beim Kauf von Aktien, wo der Anleger Anteile an dem Unternehmen hält, fungiert er bei Unternehmensanleihen als Gläubiger des Unternehmens. Weitere Konditionen für die Geldleihe wie Laufzeit und Tilgung werden im Vorfeld festgelegt. Bei Ende der Laufzeit erhält der Anleger sein investiertes Kapital in voller Höhe von der Firma zurück. Wer vor Ablauf der Zeit die Anleihen von Unternehmen wieder abstoßen will, riskiert Verluste, da während der Laufzeit Kursschwankungen möglich sind. Auch ein Totalverlust des Kapitals ist möglich, sofern das herausgebende Unternehmen Konkurs melden sollte.

Unternehmensanleihen als Alternative für die Beschaffung von Fremdkapital

Herausgeber von Unternehmensanleihen sind Banken sowie Kreditinstitute. Für die Unternehmen bietet sich dabei eine interessante Möglichkeit, an Fremdkapital zu gelangen. Damit stellt sich für den Anleger die Frage nach den Risiken beim Kauf von Unternehmensanleihen. Da es sich bei diesen Papieren um eine Art Kredit zwischen dem Anleger als Kreditgeber und dem Unternehmen als Kreditnehmer handelt, sollte sich der Anleger genauestens mit dem Konzept des Unternehmens und dessen Bonität auseinander setzen. Denn anders als bei einem normalen Bankkredit muss der Herausgeber bei der Kapitalaufnahme keine Sicherheiten vorweisen.

Um das Verlustrisiko einschätzen zu können, sollte der Anleger Bewertungen von sogenannten Ratingagenturen heranziehen. Dabei wird die Bonität und die Kreditwürdigkeit des bewerteten Unternehmens eingeschätzt. Je besser das Rating, desto solider ist die Finanzlage des Kreditnehmers.

Ein negatives Beispiel für Unternehmensanleihen war in letzter Zeit die Alpine Bau GmbH die 2013 Insolvenz anmelden musste und Gläubiger dadurch fast leer ausgingen.

Vorbildlich zeigt sich hingegen die Supermarktkette SPAR die bereits seit mehreren Jahren ebenfalls eine eigene Anleihe auf dem Markt hat. Die Zinsen sind zwar nur leicht höher als bei der Geldanlage in Festgeld, dafür ist das Unternehmen solide aufgestellt und besitzt somit eine hohe Bonität mit einem sehr geringen Ausfallsrisiko.

Hier gibt es mehr Infos über die Spar-Anleihe >>

Einschätzung des Bonitätsrisiko als Anlagekriterium

Wer sich mit wirtschaftlichen Eckdaten gut auskennt, sollte auch selbständig einen Blick auf die Finanzlage des Unternehmens werfen, um die Zukunftsprognosen des Managements überprüfen und damit eine Konkurswahrscheinlichkeit des Unternehmens bewerten zu können. Wichtigste Kriterien für die Beurteilung einer gesunden Finanzlage des Unternehmens sind stabile operative Erträge und ein gleichbleibend hoher Cashflow. Sind hier keine Probleme erkennbar, so wird es dem Unternehmen mit größter Wahrscheinlichkeit möglich sein, die Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Kreditgebern zu erfüllen und die Geldforderung am Ende der Laufzeit erfüllen zu können

Vorsicht bei relativ hohen Renditen und Neuemissionen

Vor allem bei Neuemissionen sollte hier ein besonderer Augenmerk auf den Cashflow des Unternehmens geworfen werden. Es sollte ein relativ hoher Bestand an liquiden Mitteln vorhanden sein und das Eigenkapital im Verhältnis zum Fremdkapital als risikolos eingestuft werden. Anleger, die wenig Erfahrung haben, sollten Papiere mit einem negativen Eigenkapital meiden.

Gerade bei Kupons, die mit hohen Renditeversprechen locken, sollte der Anleger selbst in der Lage sein, das Szenario eines Totalverlustes eigenständig einschätzen zu können. Von Wichtigkeit ist hierbei, auf welche Art und Weise die Anleihe bei Laufzeitende getilgt werden soll. Gefährlich werden könnte das Papier, wenn die Schuldverschreibung ein dominierendes Element oder die einzige wesentliche Position auf der Passivseite der Bilanz darstellt. Für den erfahrenen Anleger, der über genügend Expertise verfügt, bieten sich durchaus Möglichkeiten, Papiere mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis herauszupicken. Der weniger erfahrene Anleger, der nicht in der Lage ist, eine derartig vielschichtige Abschätzung der Finanzlage des Unternehmens vorzunehmen, sollte Vorsicht walten lassen, insbesondere bei Neuemissionen. Vorzuziehen ist die Beschränkung auf Unternehmensanleihen von größeren Emittenten, bei denen ein Risiko des Totalverlustes sehr unwahrscheinlich ist.

Fazit zum Thema Sicherheit bei der Geldanlage in Unternehmensanleihen

Wer also auf der Suche nach einer guten und sicheren Anlage mit hoher, regelmäßiger Verzinsung ist, für den sind Unternehmensanleihen durchaus zu empfehlen. Höhere Ertragschancen als mit Tages- und Festgeld mit relativ niedrigem Risiko bieten eine interessante Anlagemöglichkeit. Allerdings sollte man die „Gier“ im Zaum halten und lieber eine Unternehmensanleihe mit niedriger Verzinsung wählen als eine sehr hoch verzinste Anleihe eines Unternehmens mit fragwürdiger Bonität.

Wichtig ist auch, dass man die Zinserträge nicht in Form von Depotgebühren bei der Bank gleich wieder vernichtet. Dieser Online-Broker-Vergleich findet deshalb günstige Online-Depots für Österreicher mit den besten Konditionen.

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