Sberbank mit Sitz in Wien geschlossen – Einlagensicherung aktiviert

Sberbank Europe AG Wien

Die Europa-Tochter der russischen Sberbank hat ihren Sitz in Wien und musste heute ihren Geschäftsbetrieb auf Anweisung der EZB unter Ausführung der Finanzmarktaufsichtsbehörde in Österreich (FMA) mit sofortiger Wirkung einstellen. Es sind keinerlei Auszahlungen, Transaktionen oder Überweisungen mehr erlaubt. Die Untersagung des Geschäftsbetriebes löst gesetzlich den Einlagensicherungsfall aus, auch wenn die Bank offiziell noch nicht insolvent ist.

Die Sberbank Europe AG hat rund 35.000 Kunden in ganz Europa und verwaltet ca. 1 Milliarde Euro an Einlagen – vorwiegend von Kleinanlegern.

Kaum Österreicher betroffen

Von den 35.000 Kunden der Sberbank haben nur ca. 120 Kunden Ihren Sitz in Österreich.  Allerdings unterliegt die Bank der österreichischen Einlagensicherung, da sie hier ihren Sitz hat. Dies belastet den gemeinsamen Einlagensicherungsfonds der österreichischen Banken und schwächt ihn, sollte es zu weiteren Banken-Pleiten kommen.

Fast 1 Milliarde an Einlagensicherung wird fällig

Da es sich bei den Kunden der Sberbank fast nur um Privatanleger handelte, gab es kaum Konten, die mehr als die durch die Einlagensicherung abgesicherten 100.000 € auf dem Konto hatten. In besonderen Fällen, wie z.B. direkt nach einem Immobilienverkauf, könnte auch bis zu 500.000 € pro Person erstattet werden.

So ist mit ca. 913 Millionen fast das gesamte Kapital abgesichert und wird in den nächsten Tagen und Wochen auf neue Konten der bisherigen Kunden überwiesen.

Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Einlagensicherung in Österreich wissen müssen >>

Wie viel Geld ist noch im Einlagensicherungsfonds ESA?

Gesicherte Angaben über die Höhe des Einlagensicherungsfonds zum aktuellen Zeitpunkt konnten von uns leider keine gefunden werden.

Beim ESA Start 2019 war gerade mal eine halbe Milliarde Euro hinterlegt. Damals bestand jedoch die Vorgabe, den Fonds bis 2024 auf 1,3 Mrd. Euro aufzustocken. (Quelle: DerStandard)

Da es keine Nachrichten über Probleme bei der Abwicklung der Sberbank gibt, gehe ich davon aus, dass die Summe zumindest annähernd vorhanden ist. Allerdings würde der Einlagensicherungsfonds dann keinen zweiten Fall wie den der Sberbank mehr verkraften können, ohne dass die restlichen Mitglieder ihre Einlagen massiv aufstocken müssten in nächster Zeit!

Bereits der 4 Sicherungsfall seit 2020

  • 2020: Commerzialbank Mattersburg – 465 Millionen
  • 2020: Anglo Austrian AAB (Ehem. Meinl-Bank) – 55 Millionen
  • 2021: Autobank – 105 Millionen
  • 2022: Sberbank – 913 Millionen (voraussichtlich)

Davor gab es zwei Jahrzehnte keinen einzigen Fall, bei dem die ESA (Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H.) Anleger entschädigen musste. Dies weist auf eine deutlich verschärfte Situation im Bankensektor bzw. der globalen Risikolage hin.

Wie kann man sich vor Kapitalverlust bei Bankenpleiten schützen?

  • Wertpapiere gelten als Sondervermögen und bleiben auch im Insolvenzfall in Ihrem Besitz. Sie können diese dann einfach zu einem neuen Depot-Anbieter wechseln. Achten Sie jedoch darauf, dass es sich um „echte“ Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fonds handelt. Zertifikate, wie sie von vielen „Billigbrokern“ oft verwendet werden, sind nicht abgesichert bzw. nur bis zu 20.000 €.
  • Verteilen Sie Ihr Geld auf Konten bei unterschiedlichen Banken. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass die Banken nicht zur selben Muttergesellschaft gehören (z.B. BAWAG & Easybank), da hier die Einlagensicherung nur einmal greifen würde. Ansonsten haben Sie als Kunde je Bank Anrecht auf 100.000 € abgesicherte Einlagen. Sie können z.B. ein Girokonto, ein Festgeldkonto und ein Tagesgeldkonto jeweils bei einer anderen Bank abschließen und haben somit bis zu 300.000 € vor einer möglichen Banken-Pleite abgesichert
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