Was sind Devisen? – Der Devisenhandel einfach erklärt

Was sind Devisen?

Rund 9,6 Billionen US-Dollar werden an einem einzigen Handelstag am Devisenmarkt umgesetzt – mehr als an allen Aktienbörsen der Welt zusammen. Trotzdem ist der Devisenhandel für viele Anlegerinnen und Anleger in Österreich eine Blackbox: Was genau sind Devisen? Wie entsteht ein Devisenkurs? Und wie kann man als Privatperson überhaupt auf Währungsbewegungen setzen?

Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen verständlich, ordnet die aktuellen Marktzahlen ein und zeigt konkret, welche Möglichkeiten Trade Republic, flatex und die DADAT in Österreich bieten, um auf Fremdwährungs-Entwicklungen zu spekulieren – inklusive Steuerregeln und Risiken.

Was sind Devisen? Die Definition einfach erklärt

Devisen sind Guthaben und Forderungen in ausländischer Währung, die auf einem Konto liegen – also Buchgeld. Wer 10.000 US-Dollar auf einem Fremdwährungskonto hält, besitzt Devisen. Wer 500 US-Dollar in bar in der Geldbörse hat, besitzt hingegen keine Devisen, sondern Sorten (in Österreich oft auch „Valuten“ genannt).

Diese Unterscheidung ist nicht bloß akademisch – sie kostet Geld. Banken und Wechselstuben verlangen für Bargeld deutlich höhere Aufschläge als für Kontoguthaben, weil Scheine gelagert, versichert und physisch transportiert werden müssen.

MerkmalDevisenSorten / Valuten
FormBuchgeld, Guthaben, Schecks, ForderungenBargeld: Banknoten und Münzen
Typischer OrtFremdwährungskonto, Depot, BrokerkontoGeldbörse, Wechselstube, Bankschalter
KursDevisenkurs (enger Spread)Sortenkurs (deutlich schlechterer Kurs)
VerwendungÜberweisungen, Wertpapierkäufe, SpekulationUrlaub, Barzahlungen vor Ort

Im allgemeinen Sprachgebrauch – und auch in diesem Beitrag – wird „Devisen“ allerdings meist als Sammelbegriff für Fremdwährungen insgesamt verwendet.

Wie funktioniert ein Devisenkurs?

Währungen werden immer paarweise gehandelt. Es gibt keinen isolierten „Dollarkurs“ – es gibt nur den Preis des Dollars in einer anderen Währung. Wer Dollar kauft, verkauft im selben Moment Euro.

Basiswährung und Kurswährung

Beim Währungspaar EUR/USD ist der Euro die Basiswährung (steht vorne) und der US-Dollar die Kurswährung. Der Kurs sagt: Wie viele US-Dollar kostet ein Euro?

Am 24. Juli 2026 lag der EZB-Referenzkurs bei EUR/USD = 1,1377. Für einen Euro bekam man also rund 1,14 US-Dollar. Weitere Referenzkurse desselben Tages:

WährungspaarEZB-Referenzkurs (24.07.2026)Bedeutung
EUR/USD1,13771 € = 1,1377 US-Dollar
EUR/CHF0,93021 € = 0,9302 Schweizer Franken
EUR/GBP0,853881 € = 0,8539 Britische Pfund
EUR/JPY186,381 € = 186,38 Japanische Yen

Hinweis: Die EZB veröffentlicht diese Referenzkurse werktags gegen 16:00 Uhr MEZ. Sie sind reine Informationswerte – für tatsächliche Transaktionen gelten die Kurse Ihrer Bank oder Ihres Brokers.

Geldkurs, Briefkurs und Spread

  • Geldkurs (Bid): Der Kurs, zu dem Ihr Handelspartner kauft – also der Kurs, zu dem Sie verkaufen.
  • Briefkurs (Ask): Der Kurs, zu dem Ihr Handelspartner verkauft – also der Kurs, zu dem Sie kaufen.
  • Spread: Die Differenz dazwischen. Das ist die eigentliche Handelsgebühr im Devisengeschäft, auch wenn der Broker „0 € Provision“ bewirbt.

Die kleinste übliche Kursveränderung heißt Pip – bei EUR/USD ist das die vierte Nachkommastelle (0,0001). Bewegt sich EUR/USD von 1,1377 auf 1,1387, sind das 10 Pips.

Der Devisenmarkt in Zahlen: aktuelle Daten 2026

Die verlässlichste Quelle zum globalen Devisenmarkt ist die Triennial Central Bank Survey der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die alle drei Jahre erhoben wird. Die aktuellste Erhebung stammt aus April 2025:

  • Tagesumsatz: 9,6 Billionen US-Dollar – ein Plus von 28 % gegenüber 7,5 Billionen im Jahr 2022
  • Der Devisenmarkt ist damit mit Abstand der größte Finanzmarkt der Welt
  • Gehandelt wird rund um die Uhr an fünf Tagen die Woche – von der Sonntagnacht (Eröffnung in Sydney/Tokio) bis Freitagabend (Schluss in New York)

Ältere Artikel nennen häufig noch „rund 5 Billionen Dollar täglich“ – dieser Wert stammt aus den Erhebungen 2013 bis 2016 und ist überholt.

Die wichtigsten Währungen im Überblick

Weil an jedem Geschäft zwei Währungen beteiligt sind, ergeben die Anteile in Summe 200 %:

RangWährungAnteil am Umsatz (April 2025)Trend gegenüber 2022
1US-Dollar (USD)89,2 %leicht gestiegen
2Euro (EUR)28,9 %gesunken (von 30,6 %)
3Japanischer Yen (JPY)16,8 %stabil
4Britisches Pfund (GBP)10,2 %gefallen (von 12,9 %)
5Chinesischer Renminbi (CNY)8,5 %steigt seit 2013 kontinuierlich
6Schweizer Franken (CHF)6,4 %deutlich gestiegen

Bemerkenswert: Alle zehn meistgehandelten Währungspaare enthalten den US-Dollar. Besonders stark gewachsen sind USD/CHF (+60 %), USD/CNY (+59 %) und USD/HKD (+95 %). Der Handel konzentriert sich geografisch massiv: Großbritannien (rund 38 %), die USA (rund 19 %), Singapur (11,8 %) und Hongkong (7,0 %) wickeln gemeinsam drei Viertel des weltweiten Devisenhandels ab.

Was bewegt Wechselkurse?

Wer auf Devisen spekulieren will, sollte die wichtigsten Treiber kennen:

  • Zinsdifferenzen: Der stärkste kurzfristige Treiber. Steigen die Leitzinsen in den USA stärker als im Euroraum, fließt Kapital in Dollar-Anlagen – der Dollar wertet auf. Entscheidend sind die Erwartungen an EZB und Fed, nicht die aktuellen Zinsen.
  • Inflation: Höhere Inflation entwertet eine Währung real. Langfristig orientieren sich Wechselkurse an der Kaufkraftparität.
  • Konjunktur und Leistungsbilanz: Exportstarke Volkswirtschaften mit Leistungsbilanzüberschuss stützen ihre Währung.
  • Risikostimmung: In Krisen fließt Kapital in „sichere Häfen“ – klassisch Schweizer Franken, US-Dollar und Japanischer Yen.
  • Notenbank-Interventionen: Die Schweizerische Nationalbank und die Bank of Japan haben mehrfach direkt am Devisenmarkt eingegriffen, um ihre Währung zu schwächen.
  • Politik und Handelspolitik: Wahlen, Zölle und geopolitische Konflikte können Kurse innerhalb von Minuten bewegen.

Auf dieser Seite der EZB kann man sich aktuelle Wechselkurse ansehen.

Warum Devisen auch ohne Spekulation für Österreicher relevant sind

Selbst wer nie bewusst eine Fremdwährung kauft, trägt fast immer Währungsrisiko:

  • Weltweit anlegende ETFs: Ein MSCI-World-ETF besteht zum größten Teil aus US-Aktien. Auch wenn der ETF in Euro notiert, hängt Ihre Rendite stark am Dollarkurs. Ein starker Euro drückt die Wertentwicklung, ein schwacher Euro hebt sie.
  • Fremdwährungskredite: Österreich war jahrzehntelang der europäische Spitzenreiter bei Krediten in Schweizer Franken. Wie teuer eine Fremdwährungsschuld werden kann, haben zehntausende Haushalte nach der Franken-Aufwertung 2011 und 2015 erlebt – ein Lehrstück in Sachen Währungsrisiko.
  • Urlaub und Online-Shopping: Wechselkursaufschläge bei Kartenzahlungen außerhalb der Eurozone summieren sich schneller, als man denkt.
  • Währungsgesicherte ETFs: Wer das Währungsrisiko im Depot ausschalten will, kann zu „EUR Hedged“-Varianten greifen. Die Absicherung kostet allerdings laufend Geld – üblicherweise ungefähr in Höhe der Zinsdifferenz beider Währungsräume.

Auf Devisen spekulieren: Diese Instrumente gibt es

Physisch Devisen kaufen und in den Tresor legen ist praktisch bedeutungslos. Wer auf Währungsbewegungen setzen will, nutzt in der Regel eines dieser fünf Instrumente:

InstrumentWie es funktioniertHebelFür wen geeignet
FremdwährungskontoSie tauschen Euro in USD, CHF oder GBP und halten das GuthabenkeinerKonservative, langfristige Währungsmeinung
Währungs-ETPs / ETCsBörsengehandelte Schuldverschreibung auf einen Währungsindex, mit oder ohne Hebel0 bis 5xDepot-Anleger, die kein Derivatekonto wollen
OptionsscheineRecht auf Kauf/Verkauf zu festem Kurs; Wert hängt auch von Laufzeit und Volatilität abvariabelErfahrene, die Optionspreise verstehen
Knock-out-Zertifikate / TurbosNahezu lineare Hebelwirkung, aber Totalverlust bei Berühren der Knock-out-SchwellehochKurzfristige, aktive Trader
CFDsDifferenzkontrakt direkt auf das Währungspaar, außerbörslich beim Anbieterbis 30:1Aktive Trader mit striktem Risikomanagement

So wirkt der Hebel – ein realistisches Rechenbeispiel

Angenommen, Sie setzen 1.000 Euro ein und erwarten einen stärkeren US-Dollar. Sie eröffnen eine Short-Position auf EUR/USD mit Hebel 10, bewegen also 10.000 Euro Marktvolumen. Der Kurs steht bei 1,1377.

  • Der Dollar wertet um 2 % auf (EUR/USD fällt auf ca. 1,1149): Ihr Marktvolumen gewinnt 2 %, also rund 200 Euro. Bezogen auf Ihren Einsatz von 1.000 Euro sind das rund +20 % Rendite.
  • Der Dollar wertet um 2 % ab (EUR/USD steigt auf ca. 1,1605): Sie verlieren rund 200 Euro – etwa −20 % Ihres Einsatzes.
  • Der Euro steigt um 10 %: Ihr Einsatz wäre rechnerisch vollständig aufgebraucht. In der Praxis würde die Position vorher automatisch glattgestellt.

Der Hebel wirkt in beide Richtungen – und Währungen bewegen sich normalerweise nur um wenige Prozent pro Jahr. Genau deshalb arbeiten Devisenspekulanten mit hohen Hebeln, und genau deshalb ist das Verlustrisiko so groß. Hinzu kommen bei gehebelten Positionen laufende Finanzierungskosten über Nacht, die eine langfristig gehaltene Position schleichend aufzehren.

Trade Republic, flatex und DADAT: Devisen-Möglichkeiten in Österreich im Vergleich

Alle drei Anbieter sind für österreichische Kundinnen und Kunden zugänglich – die Wege zur Währungsspekulation unterscheiden sich aber deutlich.

Trade Republic: Derivate statt Devisenkonto

  • Kein Fremdwährungskonto: Trade Republic führt Konten ausschließlich in Euro. Auch der Kauf von US-Aktien wird in Euro abgerechnet.
  • Kein CFD-Handel: Differenzkontrakte bietet Trade Republic nicht an.
  • Derivate auf Währungen: Handelbar sind Optionsscheine, Knock-out-Produkte und Faktor-Zertifikate. Zu den Basiswerten zählen laut Trade Republic ausdrücklich auch Währungen, neben Indizes, Einzelaktien und Rohstoffen.
  • Emittenten: HSBC, Société Générale, UBS und Vontobel mit insgesamt rund 380.000 Derivaten.
  • Kosten: 1,00 Euro Fremdkostenpauschale pro Order, keine Depotgebühr.
  • Steuer: Trade Republic führt die österreichische KESt automatisch ab („steuereinfach“). Bestandskunden sollten in der App prüfen, ob ihr Depot bereits auf die österreichische Steuerabwicklung umgestellt ist.

Fazit: Der schnellste, bequemste Zugang – aber nur über gehebelte Derivate. Wer schlicht Dollar halten will, ist hier falsch.

flatex: der breiteste Werkzeugkasten

  • Fremdwährungskonten: flatex bietet Konten in USD, CHF und GBP an. Sie können direkt in Fremdwährung einzahlen, Wertpapiere in dieser Währung kaufen und verkaufen sowie zwischen Fremdwährungs- und Euro-Konto umbuchen. Auszahlungen laufen nach dem Referenzkontoprinzip über das Euro-Konto.
  • CFD-Handel auf Währungspaare: Market Maker ist die Société Générale. Für USD, EUR, JPY, GBP, CAD und CHF ist ein Hebel bis 30 möglich (3,33 % Margin), bei allen anderen Währungspaaren bis 20 (5 % Margin). Die Orderprovision beträgt 0,00 Euro, es fallen aber marktübliche Spreads und 3,50 % Overnight-Finanzierungskosten an.
  • Zertifikate und Hebelprodukte: Über 2,1 Millionen Produkte von 19 Emittenten, ausdrücklich auch mit dem Basiswert Devisen. Bei den Platin-Partnern Morgan Stanley, JP Morgan und Société Générale fallen ab 500 Euro Ordervolumen 0,00 Euro Gebühren an, bei den Gold-Partnern BNP Paribas, Vontobel, UBS und UniCredit 2,90 Euro, sonst ab 5,90 Euro (jeweils zuzüglich Spreads und Produktkosten).
  • Steuer: flatex ist für in Österreich ansässige Personen steuereinfach und rechnet die Besteuerung auf Bankebene ab.

Fazit: Der einzige der drei Anbieter, der alle drei Wege abdeckt – ungehebeltes Fremdwährungsguthaben, verbriefte Derivate und CFDs.

DADAT (Schelhammer Capital): österreichische Bank mit Devisenkonten

  • Fremdwährungskonten: Die DADAT bietet Konten in USD, CHF und GBP. Ein Euro-Verrechnungskonto ist für die Depotführung verpflichtend.
  • Kein CFD-Handel: CFDs stehen nicht im Angebot.
  • Zertifikate, Optionsscheine und Hebelprodukte: Handelbar im Direkthandel und über Börsen (gettex, Frankfurt, Stuttgart). Bei den PremiumPartnern BNP Paribas, Société Générale, J.P. Morgan und Vontobel kosten Orders 4,95 Euro bis 499,99 Euro Volumen und 0,95 Euro ab 500 Euro Volumen; bei sonstigen Emittenten 4,95 Euro bzw. 7,90 Euro ab 500 Euro.
  • Börsenzugang: Wien, deutsche Börsen sowie internationale Märkte inklusive USA, Kanada, Großbritannien und Schweiz – damit sind auch an der Xetra notierte Währungs-ETPs erreichbar.
  • Depotgebühr: Bis Ende 2026 0,05 % p.a. zzgl. USt (Mindestgebühr 2,90 Euro pro Position und Jahr), ab 2027 entfällt die Depotgebühr für Privatkunden.
  • Steuer: Als österreichische Bank steuereinfach.

Fazit: Die klassische Bankvariante. Günstig bei Derivaten der Premiumpartner ab 500 Euro Ordervolumen und interessant für alle, die eine österreichische Bank mit echtem Devisenkonto wollen.

Direktvergleich auf einen Blick

MöglichkeitTrade RepublicflatexDADAT
Fremdwährungskontonein (nur Euro)ja: USD, CHF, GBPja: USD, CHF, GBP
CFDs auf Währungspaareneinja (Hebel bis 30, Market Maker Société Générale)nein
Optionsscheine & Knock-outs auf Währungenja (HSBC, SG, UBS, Vontobel)ja (19 Emittenten)ja (u. a. BNP, SG, J.P. Morgan, Vontobel)
Faktor-Zertifikatejajaja
Währungs-ETPs über die Börseabhängig vom Handelsplatz – in der App prüfenja, über Börsenhandelja, über Börsenhandel
Orderkosten Derivate1,00 € Pauschale0,00 € (Platin-Partner ab 500 €), sonst ab 2,90 €0,95 € (PremiumPartner ab 500 €), sonst bis 7,90 €
Steuereinfach in Österreichjajaja

Stand: Juli 2026. Konditionen ändern sich laufend – prüfen Sie vor dem Handel immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.

Und was ist mit Währungs-ETPs?

Eine oft übersehene Variante sind börsengehandelte Währungsprodukte. WisdomTree etwa bietet eine ganze Reihe solcher ETPs an – etwa den WisdomTree Short USD Long EUR (ISIN JE00B3SBYQ91), der ungehebelt auf einen schwächeren Dollar setzt und an der Xetra in Euro notiert (Ticker XBJQ, 0,39 % Verwaltungsgebühr plus 0,60 % Swap-Gebühr p.a.). Daneben existieren gehebelte 3x- und 5x-Varianten, die allerdings teilweise nur an der Londoner Börse gelistet sind.

Wichtig: Diese Produkte sind rechtlich Inhaberschuldverschreibungen, keine Sondervermögen wie ein UCITS-ETF. Es besteht also ein Emittenten- bzw. Kontrahentenrisiko. Ob ein bestimmtes ETP bei Ihrem Broker handelbar ist, prüfen Sie am besten direkt über die ISIN-Suche.

Steuern auf Devisengeschäfte in Österreich

Die Steuerregeln unterscheiden sich je nach Instrument erheblich – das ist einer der wichtigsten und zugleich am häufigsten übersehenen Punkte.

Fremdwährungsguthaben: Spekulationsfrist von einem Jahr

Der reine Währungstausch – also Euro in Dollar tauschen, halten, zurücktauschen – fällt in Österreich unter die Spekulationsgeschäfte nach § 31 EStG:

  • Verkauf innerhalb eines Jahres: Der Kursgewinn ist steuerpflichtig und wird mit dem progressiven Einkommensteuertarif erfasst. Es gilt eine Freigrenze von 440 Euro pro Jahr für sämtliche Spekulationseinkünfte.
  • Verkauf nach mehr als einem Jahr: Der Kursgewinn ist steuerfrei.
  • Kein Spekulationsgeschäft liegt vor, wenn keine Gewinnerzielungsabsicht besteht – etwa beim Geldwechsel für eine Urlaubsreise.

Achtung: Zinsen auf einem Fremdwährungskonto sind davon getrennt zu betrachten und unterliegen der Kapitalertragsteuer.

Verbriefte Derivate: 27,5 % KESt

Zertifikate, Optionsscheine, Knock-outs und Faktor-Zertifikate mit ISIN sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden mit dem besonderen Steuersatz von 27,5 % besteuert. Bei einer inländischen depotführenden Stelle wird die KESt automatisch einbehalten – die Erträge müssen dann grundsätzlich nicht mehr in die Steuererklärung.

CFDs und andere nicht verbriefte Derivate: der Sonderfall

Hier wird es kompliziert. Nicht verbriefte Derivate – dazu zählen CFDs – unterliegen dem besonderen Steuersatz von 27,5 % nur dann, wenn ein freiwilliger Kapitalertragsteuerabzug vorgenommen wird. Erfolgt kein solcher Abzug, greift der progressive Tarif von 0 bis 55 %.

Wichtig für Kundinnen und Kunden ausländischer Anbieter: Der VwGH hat mit Erkenntnis vom 08.03.2022 (Ro 2019/15/0184) festgestellt, dass die frühere Beschränkung des freiwilligen Abzugs auf inländische Banken gegen die Dienstleistungsfreiheit verstieß. Seit der ökosozialen Steuerreform (in Kraft ab 01.03.2022) können auch ausländische Zahlungsdienstleister und Wertpapierfirmen den freiwilligen Steuerabzug vornehmen.

Verlustausgleich: nicht alles lässt sich gegenrechnen

Verluste aus Derivaten können nicht mit Sparbuchzinsen oder anderen mit 25 % besteuerten Kapitalerträgen verrechnet werden – nur mit anderen dem 27,5-%-Satz unterliegenden Kapitalerträgen. Verluste aus Spekulationsgeschäften (Fremdwährungsguthaben) wiederum bilden einen eigenen Topf und lassen sich nicht mit Aktiengewinnen ausgleichen.

Diese Darstellung ersetzt keine Steuerberatung. Gerade bei Devisen- und Derivategeschäften hängt die richtige Einordnung stark vom Einzelfall ab – im Zweifel fragen Sie eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.

Regulierung und Risiken: Was Sie vor dem ersten Trade wissen sollten

Der Devisenhandel für Privatanleger ist in der EU seit 2018 streng reguliert. In Österreich hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) die europäischen Vorgaben mit der FMA-Produktinterventionsverordnung dauerhaft verankert – sie gilt seit 30. Mai 2019 für alle CFDs, die in oder aus Österreich vertrieben werden.

  • Hebelgrenzen: maximal 30:1 bei Hauptwährungspaaren, 20:1 bei allen anderen Währungspaaren
  • Glattstellungsschutz: Fällt die Gesamt-Margin im Konto unter 50 % der erforderlichen Ersteinschusszahlung, muss der Anbieter Positionen automatisch schließen
  • Negativsaldoschutz: Sie können nie mehr verlieren, als auf dem Handelskonto liegt – eine Nachschusspflicht gibt es für Privatkunden nicht
  • Bonusverbot: Anreizprogramme und Handelsboni sind untersagt
  • Pflicht-Risikowarnung: Anbieter müssen offenlegen, welcher Anteil ihrer Privatkunden Geld verliert
  • Binäre Optionen sind für Privatkunden grundsätzlich verboten

Wie ernst die Risiken sind, zeigt eine Zahl, die flatex selbst nennt: Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Bei CFDs sehen die Quoten typischerweise ähnlich aus.

Vorsicht bei unregulierten Anbietern

Rund um „Forex Trading“ tummeln sich zahlreiche unseriöse Plattformen, die mit unrealistischen Renditeversprechen werben. Prüfen Sie vor jeder Einzahlung, ob der Anbieter eine Konzession der FMA oder einer anderen EU-Aufsichtsbehörde besitzt. Die FMA veröffentlicht laufend Investorenwarnungen zu nicht konzessionierten Anbietern – ein kurzer Blick dorthin kostet nichts.

Häufige Fragen zu Devisen

Was sind Devisen einfach erklärt?

Devisen sind Guthaben in ausländischer Währung, die auf einem Konto liegen – zum Beispiel US-Dollar auf einem Fremdwährungskonto. Bargeld in fremder Währung heißt dagegen Sorten oder Valuten.

Wo finde ich aktuelle Devisenkurse?

Die EZB veröffentlicht werktags gegen 16:00 Uhr offizielle Euro-Referenzkurse. Für den tatsächlichen Handel gelten die Kurse Ihrer Bank oder Ihres Brokers – ein Währungsrechner auf Basis der Referenzkurse liefert nur einen Orientierungswert, weil Spread und Aufschläge fehlen.

Kann ich bei Trade Republic Devisen handeln?

Nicht direkt: Trade Republic führt keine Fremdwährungskonten und bietet keine CFDs an. Sie können aber Optionsscheine, Knock-out-Produkte und Faktor-Zertifikate handeln, deren Basiswert eine Währung ist.

Sind Gewinne aus Devisengeschäften in Österreich steuerfrei?

Nur unter einer Bedingung: Gewinne aus einem reinen Fremdwährungsguthaben sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Gewinne aus Derivaten wie Zertifikaten oder CFDs sind dagegen immer steuerpflichtig.

Wie viel Kapital brauche ich für den Devisenhandel?

Technisch genügen wenige hundert Euro. Sinnvoll ist das aber nur mit einem Betrag, dessen Totalverlust Sie verkraften – gehebelte Devisenprodukte gehören zu den riskantesten Anlageformen überhaupt und sind kein Ersatz für einen breit gestreuten Vermögensaufbau.

Fazit

Der Devisenmarkt ist mit 9,6 Billionen Dollar Tagesumsatz der größte Finanzmarkt der Welt – und gleichzeitig einer der schwierigsten. Währungen bewegen sich meist nur um wenige Prozent pro Jahr, weshalb Spekulation praktisch nur mit Hebel funktioniert. Genau dieser Hebel macht Devisengeschäfte zu einer Hochrisiko-Anlage.

Für Anlegerinnen und Anleger in Österreich lässt sich das so zusammenfassen:

  • Konservativ und langfristig: Ein Fremdwährungskonto bei flatex oder der DADAT – ohne Hebel, nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
  • Depotlösung ohne Derivatekonto: Währungs-ETPs über die Börse.
  • Aktiv und kurzfristig: Optionsscheine oder Knock-outs bei allen drei Anbietern – oder CFDs, die von den dreien nur flatex anbietet.
  • Für die meisten Menschen: Gar nicht spekulieren, sondern das Währungsrisiko im bestehenden Depot bewusst steuern – etwa über die Frage, ob ein währungsgesicherter ETF zur eigenen Situation passt.

Wer einsteigen möchte, sollte mit kleinen Positionen beginnen, Stop-Loss-Marken konsequent setzen und sich vorab über die steuerliche Behandlung des gewählten Instruments informieren.

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Simon Bertsch
Simon hat Zinsenvergleich bereits 2008 gegründet und betreibt die Webseite. Er führt eine Digitalagentur in Vorarlberg und investiert seit seinem 19. Lebensjahr sein Geld an der Börse, in Crowdfunding, uvm. Er studierte Projektmanagement in Österreich (Mag. FH), Marketing in den USA und International Business in England (MA). (LinkedIn)
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