Bausparen Vergleich Zinsen Österreich

Bausparen zählt in Österreich noch immer zu den beliebtesten Sparformen überhaupt. Begründet ist das vor allem in der hohen Sicherheit von Bausparverträgen. Zusätzlich erhalten Bausparer eine kleine staatliche Bausparprämie obendrauf. Vor dem Hintergrund der aktuellen Niedrigzinsphase stellt sich allerdings die Frage, wie sinnvoll ist Bausparen überhaupt noch?

Was ist Bausparen?

Insgesamt existieren in Österreich vier Bausparkassen, die Verträge mit unterschiedlichen Konditionen für das Bausparen anbieten. Folgende Eckpunkte der Bausparverträge sind aber bei allen Anbietern gleich:

  • Monatliche, jährliche oder einmalige Sparleistungen
  • Laufzeit von mindestens 6 und maximal 10 Jahren
  • Flexible oder fixe Verzinsung möglich
  • Staatliche Prämie (steuerfrei)
  • Das optionale Bauspardarlehen ist mit max 6 % Zinsen p.A. gedeckelt.

Grundsätzlich geht es beim Bausparen darum, Kapital sicher anzusparen. Zusätzlich kann nach der Ansparphase ein Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden, mit dem eine Immobilie finanziert wird. Der Zinssatz hierfür ist auf 6 % p.a. beschränkt und richtet sich meist nach dem sogenannten 12-Monats-EURIBOR. Das Darlehen wird also variabel verzinst.

Die maximale Sparrate beim Bausparen ist theoretisch nicht begrenzt. Für die Sparrate gibt es vom Staat bis zu einem Betrag von 1.200 Euro pro Jahr eine Prämie. Diese lag in bisher zwischen 1,5 und 4 % der Sparrate. Die Festlegung der genauen Höhe erfolgt jährlich und richtet sich nach dem aktuellen Zinsniveau. 2015 lag sie bei 1,5 %.

 

Jahr Staatliche Prämie in %
2018 1,5
2017 1,5
2016 1,5
2015 1,5
2014 1,5
2013 1,5
2012 bis 1.4. 3,0, dann 1,5%
2011 3
2010 3,5
2009 4
2008 4
2007 3,5
2006 3
2005 3,5
2004 3,5
2003 4

 

Erneute Anstiege der staatlichen Förderung sind aktuell nicht zu erwarten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Untergrenze von 1,5 %, also maximal 18 Euro pro Jahr, beibehalten wird.

Die aktuellen Tarife der Bausparkassen

haus-geldDie vier österreichischen Bausparkassen bieten in erster Linie Tarife mit variabler Verzinsung an. Fixzinsen sind eher die Ausnahme. Lediglich für das erste Vertragsjahr garantieren die Bausparkassen eine gewisse Mindestverzinsung. Ab dann orientiert sich die Verzinsung am Interbankenzinssatz EURIBOR. Zudem sind die maximal möglichen Sparraten recht eingeschränkt. Mehr als 100 Euro pro Monat bzw. 1.200 Euro pro Jahr können bei den Bausparkassen nicht eingezahlt werden – obwohl es rein gesetzlich zulässig wäre.

Bezüglich der Laufzeit des Bausparvertrags zeigt sich in der Praxis, dass Verträge mit sechs Jahren üblich sind. Lediglich die Wüstenrot hat aktuell mit dem Modell „VorsorgeSparenPlus“ einen Vertrag mit zehn Jahren Laufzeit im Angebot. Alle variabel verzinslichen Bausparverträge sind zudem mit einer Zinsbandbreite ausgestattet. Das bedeutet, dass die Zinsen nicht unter ein bestimmtes Minimum fallen bzw. über ein bestimmtes Maximum hinaus steigen können.

Hier Konditionen für Bausparen in Österreich vergleichen >>

Geringe aber sichere Rendite beim Bausparen

Ob Bausparen sinnvoll ist oder nicht, hängt von der zu erwartenden Rendite ab. Ein Beispiel soll darstellen, wie hoch diese ausfallen kann. Über den unabhängigen Bausparvergleich der Arbeiterkammern wurde dazu das aktuell beste Angebot für einen Vertrag mit einer Laufzeit von 6 Jahren eingeholt (Stand Dez. ’15).

  • Fixer Einstiegszinssatz für das erste Vertragsjahr von 2,035 % p.a.
  • Danach variabler Zinssatz von 80 % des 12-Monats-EURIBOR
  • Zinsbandbreite von 0,25 bis 4,25 % p.a.
  • Kontoführungsgebühr von 5,32 Euro pro Jahr
  • Staatliche Zulage von 18 Euro pro Jahr
  • Monatliche Einzahlung

Folgende Renditeentwicklungen ergeben sich nach sechs Jahren für den besten und den schlechtesten Fall der Zinsentwicklung:

Worst-Case Best-Case
Eingezahltes Kapital 7.200 Euro 7.200 Euro
Verzinsung ab dem 2. Jahr 0,25 % p.a. 4,25 % p.a.
Bausparprämie 18 Euro pro Jahr 18 Euro pro Jahr
Gesamtertrag 7.318,14 Euro 8.153,18 Euro
Kontoführungsgebühren 5,32 Euro pro Jahr 5,32 Euro pro Jahr

Im schlechtesten Fall entsteht durch das Bausparen also kaum Wertzuwachs. Trotz der vergleichsweise hohen Verzinsung im ersten Vertragsjahr und der staatlichen Prämie erhalten Bausparer nur einen Gewinn von knapp über 100 Euro. Die Fixverzinsung im ersten Jahr klingt nämlich nur auf dem Papier verlockend, schließlich sind am Ende des ersten Jahres gerade einmal 1.200 Euro in den Vertrag einbezahlt worden.

Im schlechtesten Fall ergibt sich für das Bausparen eine durchschnittliche Effektivverzinsung von rund 0,7 % p.a. Im besten Fall wären es hingegen über 5 % p.a. Es gilt also zu beurteilen, wie wahrscheinlich beide Szenarien sind. Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung des EURIBOR verheißt aber nichts Gutes:

Entwicklung des 12-Monats EURIBOR in der Vergangenheit (Quelle: euribor-rates.eu)
Entwicklung des 12-Monats EURIBOR in der Vergangenheit (Quelle: euribor-rates.eu)

Der Zinssatz müsste stark ansteigen, damit die Bausparverträge in den kommenden sechs Jahren gute Renditen erwirtschaften. Wirklich wahrscheinlich ist das nicht. Aktuell liegen alle variablen Verzinsungen am unteren Rand, sprich bei 0,25 % p.a. Ein Blick auf den derzeitigen Festgeldvergleich zeigt, dass mit einer Festgeldanlage effektive Gewinne zwischen 1,5 und 2,1 % p.a. erwirtschaftet werden können. Wer bereit ist, etwas mehr Risiko einzugehen und ein Depot zu eröffnen, kann sogar noch höhere Renditen generieren. Fondssparpläne bieten hier etwa eine sinnvolle Alternative zum Bausparen

Fazit: Bausparen nur bei Zinsanstieg sinnvoll

Als reine Geldanlage ist Bausparen aktuell nicht wirklich zu empfehlen. Zwar locken die Anbieter mit einer vermeintlich hohen garantierten Verzinsung im ersten Vertragsjahr, schon ab dem zweiten Jahr fallen die Zinsen aber stark. Nur wenn sich der 12-Monats-EURIBOR in den kommenden Monaten und Jahren wieder auf Werte von über 2,5 % entwickelt, macht Bausparen als Geldanlage wieder Sinn.

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