Bausparen zählt in Österreich noch immer zu den beliebtesten Sparformen überhaupt. Begründet ist das vor allem in der hohen Sicherheit von Bausparverträgen. Zusätzlich erhalten Bausparer eine kleine staatliche Bausparprämie obendrauf. Mit den aktuellen Leitzinsen gibt es für das Jahr 2025 bei variabler Verzinsung eine Rendite von ca. 2,25 %, was Bausparen auf den ersten Blick sehr attraktiv erscheinen lässt, doch es gibt einiges zu berücksichtigen.
Was ist Bausparen?
Insgesamt existieren in Österreich vier Bausparkassen, die Verträge mit unterschiedlichen Konditionen für das Bausparen anbieten. Folgende Eckpunkte der Bausparverträge sind aber bei allen Anbietern gleich:
- Monatliche, jährliche oder einmalige Sparleistungen
- Laufzeit von mindestens 6 und maximal 10 Jahren
- Flexible oder fixe Verzinsung möglich
- Staatliche Prämie (steuerfrei)
- Das optionale Bauspardarlehen ist mit max. 6 % Zinsen p.A. gedeckelt.
Grundsätzlich geht es beim Bausparen darum, Kapital sicher anzusparen. Zusätzlich kann nach der Ansparphase ein Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden, mit dem eine Immobilie finanziert wird. Der Zinssatz hierfür ist auf 6 % p.a. beschränkt und richtet sich meist nach dem sogenannten 12-Monats-EURIBOR (abzüglich meist 1,25 %). Das Darlehen wird also variabel verzinst. Der variable Zins für das Folgejahr wird von den Bausparkassen in der Regel im November gemeinsam festgelegt.
Die maximale Sparrate beim Bausparen ist theoretisch nicht begrenzt. Für die Sparrate gibt es vom Staat bis zu einem Betrag von 1.200 Euro pro Jahr eine Prämie. Diese lag bisher zwischen 1,5 und 4 % der Sparrate. Die Festlegung der genauen Höhe erfolgt jährlich und richtet sich nach dem aktuellen Zinsniveau. Aktuell gibt es 1,50 % p.a. staatliche Prämie.
| Jahr | Staatliche Prämie in % |
| 2025 | 1,5 |
| 2024 | 1,5 |
| 2023 | 1,5 |
| 2022 | 1,5 |
| 2021 | 1,5 |
| 2020 | 1,5 |
| 2019 | 1,5 |
| 2018 | 1,5 |
| 2017 | 1,5 |
| 2016 | 1,5 |
| 2015 | 1,5 |
| 2014 | 1,5 |
| 2013 | 1,5 |
| 2012 | bis 1.4. 3,0, dann 1,5 % |
| 2011 | 3 |
| 2010 | 3,5 |
| 2009 | 4 |
| 2008 | 4 |
| 2007 | 3,5 |
| 2006 | 3 |
| 2005 | 3,5 |
| 2004 | 3,5 |
| 2003 | 4 |
Erneute Anstiege der staatlichen Förderung sind aktuell nicht zu erwarten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Untergrenze von 1,5 %, also maximal 18 Euro pro Jahr, beibehalten wird.
Die aktuellen Tarife der Bausparkassen
Die vier österreichischen Bausparkassen bieten in erster Linie Tarife mit variabler Verzinsung an. Fixzinsen sind eher die Ausnahme. Lediglich für das erste Vertragsjahr garantieren die Bausparkassen eine gewisse Mindestverzinsung. Ab dann orientiert sich die Verzinsung am Interbankenzinssatz EURIBOR. Zudem sind die maximal möglichen Sparraten recht eingeschränkt. Mehr als 100 Euro pro Monat bzw. 1.200 Euro pro Jahr können bei den Bausparkassen nicht eingezahlt werden – obwohl es rein gesetzlich zulässig wäre.
Bezüglich der Laufzeit des Bausparvertrags zeigt sich in der Praxis, dass Verträge mit sechs Jahren üblich sind. Bei Wüstenrot kann man aber mit „Smart Bausparen“ die Laufzeit auf 10 Jahre verlängern. Alle variabel verzinslichen Bausparverträge sind zudem mit einer Zinsbandbreite ausgestattet. Das bedeutet, dass die Zinsen nicht unter ein bestimmtes Minimum fallen bzw. über ein bestimmtes Maximum hinaus steigen können.
Wer keine Unsicherheiten haben möchte, bekommt bei Wüstenrot auch einen Bausparvertrag mit Fixzins und einer eff. Rendite von 1,72 % p.a. (Inkl. Staatl. Prämie)
Hier Konditionen für Bausparen in Österreich vergleichen >>
Geringe, aber sichere Rendite beim Bausparen – Beispielrechnung
Ob Bausparen sinnvoll ist oder nicht, hängt von der zu erwartenden Rendite ab. Ein Beispiel soll darstellen, wie hoch diese ausfallen kann:
- Jährliche Einzahlung von 1.200 €, gesamt 7.200 €
- Variabler Zinssatz – 3-Monats-Euribor -1,25 %. Aktuell ca. 0,75 % p.a.: 216 €
- KESt. auf Zinserträge: -54 €
- Jährliche staatliche Prämie auf das eingezahlte Kapital: 1,5 % (6*18€) = 108 €
- Kontoführungsgebühren für 6 Jahre = -64,86 €
- Gesamtauszahlung: 7.405,14 €
- Zinsertrag: 205,14 €
Da die Zinsen variabel sind, kann sich auch die Rendite verändern. Steigt der Euribor an, erhöht sich auch der Zinsertrag.
Manche Banken wie z.B. s Plan Bausparen bieten einen attraktiven Start-Zins von 5 % p.a. auf die ersten 12 Monate. Das klingt zwar toll, doch da es nur auf die erste Einzahlung von max. 1.200 gilt und später der niedrige variable Zinssatz für die nächsten 5 Jahre gilt, fällt dies leider kaum ins Gewicht. Nach KESt. sind das gerade noch 45 € Zinsen.
Entwicklung des 3-Monats-Eurobor von 2000 bis Dez. 2025

Fazit: Bausparen bei Zinsanstieg wieder attraktiver
Mit 1,50 % steuerfreier staatlicher Prämie pro Jahr und ca. 0,75 % variabler Verzinsung aktuell kommt man auf eine geringe aber sichere Verzinsung für sein Geld. Man profitiert auch von der Möglichkeit, sich ein Bauspardarlehen zu besorgen, wenn man dies möchte. Alternativ gibt es aber auch für reguläres Festgeld attraktive Zinsen von über 2 Prozent bei teilweise kürzeren Laufzeiten.

1 Gedanke zu „Lohnt sich Bausparen wieder in Österreich?“
Inflation bleibt unerwähnt…..Unterm Strich bleibt es ein Minusgeschäft!!!!